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Richtige Rationsgestaltung

Das Steppenpferd, als äußerst spezifischer Selektierer, ernährt sich hauptsächlich von Steppengras, welches in seiner Beschaffenheit eher dem Heu entspricht als unserem saftig grünen Weidegras.

Dazu nimmt es je nach Bedarf und Nahrungsangebot zusätzlich Kräuter, Früchte, Beeren, Erde, Rinde und Wurzeln zu sich.

Im Gegensatz dazu sind unsere Boxenpferde davon abhängig, welche Ration wir ihnen vorlegen und in welcher Qualität wir ihnen das Futter zur Verfügung stellen.

Dabei kommt der Rationsgestaltung eine immense Bedeutung zu - viele der bei unseren Pferden verbreiteten gesundheitlichen Probleme lassen sich auf Fütterungsfehler zurückführen.

Was passiert bei einer unangemessenen Rationsgestaltung?

Die häufigsten Fehler lassen sich auf zu schnelle Futterumstellung (z.B. bei Beginn der Weidesaison), zu wenig Raufutter (Heu, Stroh) und zu hohe Mengen an Stärke und Zucker (zuviel Kraftfutter) zurückführen.

Bei einer Ration die nicht an die Bedürfnisse, d.h. auch an die Leistung des Pferdes angepasst ist, gerät die Mikrobenpopulation ins Ungleichgewicht. Dies hat einen Anstieg des Milchsäuregehaltes im Magen und höhere Mengen an Gasen wie Kohlendioxid und Wasserstoff im Verdauungstrakt zur Folge. Wenn der Milchsäurebzw. Gasgehalt zu stark ansteigt, sterben die faserverdauenden Darmbakterien ab indem sie platzen. Hierbei werden Endotoxine (also Giftstoffe aus den abgestorbenen Bakterien) frei, die wiederum den Stoffwechsel belasten.

Endotoxine, Ammoniak und Amine (nicht oder unzureichend verdautes Eiweiß) führen zu gesundheitlichen Problemen. Dabei können sich offensichtliche Symptome wie Lahmheiten/Hufrehe, Koliken und stumpfes Fell zeigen, aber auch nicht sichtbare und dadurch gravierendere Auswirkungen wie Magengeschwüre und beschädigte innere Organe.

Die inneren Organe wie Darm, Leber und Niere versuchen die Imbalanzen wieder auszugleichen, sprich die Toxine zu entgiften und den Stoffwechsel zu entlasten. Hierbei kann es zu Zellschäden an Leber und Nieren kommen oder/und zu subklinischen Erscheinungen wie einer verminderten Leistungsbereitschaft und gestörtem Wohlbefinden.

Auch der Mineralstoffhaushalt wird durch die gestörten Verdauungsvorgänge in Mitleidenschaft gezogen. Es kann zu Spurenelementmängeln kommen, die Verspannungen, Ekzeme und Kreuzverschlag nach sich ziehen können. (Quelle: Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand 2011; Wolter, 1994)